So lange ich mich erinnern kann fühle ich mich nicht vollständig wohl in meiner Haut. Das liegt allerdings hauptsächlich daran, dass ich Neurodermitis habe und Sie bisher auch nie loswerden konnte. Als Kind war ich wochenlang auf Kuren und wurde leider oft auch mit Kortison behandelt.

Im erwachsenen Alter war ich ein paar Jahre lang Neurodermitis frei. Als ich jedoch unglücklich wurde, mit wachsendem Kinderwunsch, wurde auch meine Neurodermitis wieder aktiv. Aufgrund meiner Hautsstellen habe ich mich oft mit langer Kleidung versteckt, ich habe langärmelig getragen, egal ob Sommer oder Winter war. Kleider waren überhaupt nicht möglich, weil ich mir sofort meine Innenschenkel wund scheuerte. Selbst mit Strumpfhose war es nur kurzzeitig zu ertragen.

Mit meiner ersten Schwangerschaft kam meine Haut überhaupt nicht klar, ich wusste schon vor dem Schwangerschaftstest dass ich schwanger war weil meine Haut so extrem auf die Hormone reagierte, sie blühte voll auf. Es war kaum zu ertragen und doch habe ich die Zeit bis zur 20 SSW ertragen. Ich hatte kaum schlaf und der Juckreiz machte mich schier Wahnsinnig. Ich lies mich dann in die Hautklinik einweisen denn ich wollte nicht schon in der Mitte der Schwangerschaft keine Kraft mehr haben. Mit Kortison und Schlammbädern wurde ich dann so weit behandelt, dass ich den Rest der Schwangerschaft noch einigermaßen ertragen konnte. Nach Vincents Geburt hatte ich wenig Schlaf, viel zuckerhaltiges Essen zur Kompensation und meine Neurodermitis blühte wieder voll auf. Da ich stillte konnte ich keine Kortison haltigen Cremes benutzen. Es war sehr anstrengend. Zudem bemerkte ich einige Veränderungen an meinem Körper die ich nicht für normal hielt. Ich bekam neben meiner Neurodermitis juckende Knoten die noch weniger zu ertragen waren als meine Neurodermitis, zudem war ich permanent Müde, hatte Wasser in den Beinen und nahm ungewöhnlich schnell zu. Nach gewissenhaftem Tracking meiner Kalorien war klar, es stimmte etwas ganz gewaltig nicht. Ich lief von Arzt zu Arzt und wurde mit, „Sie haben halt Stress“ abgespeist. Bis ich zum Experten ging und er mir bescheinigte, dass ich an Hashimoto und einer Schilddrüsenunterfunktion litt. Zu diesem Zeitpunkt planten wir schon unser zweites Kind. Vorher wollte ich jedoch meine Baustellen in den Griff bekommen. Da von meinen Ärzten nicht viel Hilfe kam, recherchierte ich auf eigene Faust und diagnostizierte mir selber, dass ich neben meiner Neurodermitis auch noch Prurigo haben musste. Ich suchte mich im Internet den entsprechenden Experten und ließ mir einen Termin geben. Tatsächlich hatte ich richtig gelegen und die Behandlung konnte beginnen.

Mit meinen zwei Hautkrankheiten und einer nun medikamentös eingestellten Schilddrüse, ging es in die nächste Schwangerschaft. Ich fühlte mich zwar immer noch nicht wohl in meiner Haut, aber meine Priorität lag auf der Gesundheit meiner Kinder.

Mit steigendem Gewicht wuchs auch meine Unzufriedenheit mit mir und ich fühlte mich zunehmend unwohl in meiner Haut. Nach Marlenes Geburt und dem Stress den man mit 2 Kindern unter 2 Jahren zu Hause hat, wurde meine Neurodermitis und das Prurigo nicht besser, da Marlene jedoch nicht lange aus der Brust trank, konnte ich bald wieder mit Kortison cremen. Immer noch war meine Kleidung lang und schwarz, keiner sollte meine vernarbte und kaputte Haut sehen.

Auch die Schwangerschaft mit Bruno war geprägt von wenig Schlaf und viel Juckreiz, da Kortisoncremes nicht den gewünschten Erfolg brachten und ich jedoch keine Tabletten schlucken wollte, gingen wir dazu über die juckenden Knoten mit Kortison zu unterspritzen. Das gemeine bei Prurigo ist, dass die Knoten auch abgeheilt starke Narben hinterlassen, ich sehe also mittlerweile aus wie ein Fleckenhörnchen. Ich dachte mir, wenn ich sowieso so aussehe, dann lasse ich mir die unschönen stellen jetzt alle nach und nach farbig über tätowieren. Lieber bunt als gefleckt. Uns so machte ich mich auf die Suche nach meinem ersten Tattoomotiv.

Das positive an meiner zuckerreduzierten Ernährung ist, dass meine Neurodermitis so gut wie verschwunden ist, ohne Kortison. Auch meine fiesen Knoten fangen mittlerweile ohne Kortison an abzuheilen, auch wenn dies sehr lange dauert.

Auch wenn ich durch die starke Gewichtsreduzierung nicht mehr langärmelig trage und mich deutlich wohler in meiner Haut fühle, fühle ich mich noch nicht gut in meiner Haut, denn dort wo meine Haut einen Überschuss hat, entzündet sich die Haut. Dies ist auch der Grund warum ich unbedingt die Überschüssige Haut entfernen lassen möchte. Ich will endlich das Gefühl kennen lernen, wie es ist sich in seiner Haut wohl zu fühlen. Ich möchte im Sommer Trägerkleider tragen ohne mir Gedanken darüber zu machen ob meine Haut sich an den Oberschenkeln aufreibt oder dass die überschüssige Haut an meinen Oberarmen sich aufreibt. Jetzt wo ich meine Hautkrankheiten fast im Griff habe, will ich nicht neue Baustellen haben die mir das Gefühl verwehren, sich wohl in seiner Haut zu fühlen.

Es ist noch ein langer Weg aber ich werde ihn gehen. Abnehmen allein ist nicht der Weg zum Glück, auch die anderen Baustellen im Leben müssen in Angriff genommen werden.

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